Studie: E‑Mail-Marketing von Handelsunternehmen oft nicht rechtskonform

Studie: E-Mail-Marketing im Handel

Während Händler in den letz­ten Jahren als Paradebeispiel für jeg­li­che Facetten des E‑Mail-Marketings gal­ten, zeigt eine aktu­elle Studie von Dr. Torsten Schwarz (Absolit) Mängel im Bereich der Rechtskonformität auf. Nur ein Bruchteil der Händler ist dem­nach recht­lich auf der siche­ren Seite. Für die Studie wurde das E‑Mail-Marketing von 449 Händlern aus neun Unterbranchen anhand von bis zu 125 Kriterien analysiert.

Rechtskonformes E‑Mail-Marketing stellt für viele Händler schein­bar eine große Hürde dar. Gerade ein­mal vier von 448 unter­such­ten Unternehmen konn­ten in die­sem Bereich die volle Punktzahl errei­chen. Ein Viertel brachte es nicht ein­mal auf die Hälfte der Punkte. Ursache hier­für ist meist das Missachten der Kennzeichnungspflicht. Nur 41 Prozent aller Double-Opt-in-Mails und 42 Prozent aller Willkommensmails ent­hal­ten voll­stän­dige Impressen. Bei den regu­lä­ren Newslettern liegt die­ser Wert mit 59 Prozent nur etwas höher.

Selbst ele­men­tare Bestandteile der kürz­lich in Kraft getre­te­nen DSGVO wer­den miss­ach­tet (siehe hierzu auch “Deutsche Unternehmen stol­pern in die DSGVO”). 17 Prozent erhe­ben bei­spiels­weise nicht zweck­ge­bun­dene Daten wie Name oder Anrede bei der Newsletter-Registrierung mit Pflichtfeldern. Ähnlich viele klä­ren den Abonnenten nicht dar­über auf, ob und wel­che per­so­nen­be­zo­ge­nen Daten gesam­melt wer­den. “Viele Händler befin­den sich recht­lich auf sehr dün­nem Eis und sind sich der Tragweite der neuen Datenschutz-Grundverordnung anschei­nend nicht bewusst”, kri­ti­siert der Studienautor Dr. Schwarz.

Die auto­ma­ti­sierte Kundenansprache ist eben­falls ein Thema, wel­ches bei vie­len Händlern noch wenig Anklang fin­det. Zwar schaf­fen 73 Prozent durch obli­ga­to­ri­sche Geburtstagsmails oder sai­son­ab­hän­gige Angebote Touchpoints mit den Empfängern, jedoch schei­tert es oft­mals schon an den Basics: Rund 30 Prozent der Händler set­zen bei­spiels­weise noch keine Welcome Mails ein – dabei las­sen sich hier erfah­rungs­ge­mäß beson­ders hohe Öffnungs- und Klickraten erzie­len. Unverständlich ist auch, wieso 23 Prozent der Unternehmen bei der Anmeldung Daten zwar sam­meln, diese aber nicht für die Personalisierung des Newsletters ver­wen­den – offen­bar man­gelt es hier an einer durch­dach­ten Datenstrategie.

Nichtsdestotrotz kann der Handel in ande­ren Bereichen des E‑Mail-Marketings wei­ter­hin glän­zen. So ver­sen­den 82 Prozent der unter­such­ten Unternehmen über CSA-zertifizierte E‑Mail-Service-Provider. Darüber hin­aus schüt­zen immer­hin 86 Prozent die Datenübertragung ihrer Anmeldeformulare durch eine SSL-Verschlüsselung. Ebenfalls posi­tiv: Komplizierte oder unnö­tig lange Anmeldeprozesse gibt es nur bei sechs Prozent der Händler (siehe hierzu auch “Best Practices: Drei gelun­gene Newsletter-Anmeldeseiten von Onlinehändlern”).

Ebenfalls posi­tiv: 83 Prozent der Newsletter sind mitt­ler­weile mit einem respon­si­ven Design für die Lektüre auf dem Smartphone opti­miert. Die mobile Bedienbarkeit der Webseiten lässt wie­derum oft zu wün­schen übrig, so sind nur 45 Prozent der Landing Pages für mobile Endgeräte optimiert.

Für die Studie wur­den ins­ge­samt 449 Unternehmen aus neun ver­schie­de­nen Unterbranchen des Handels unter­sucht. Um die Qualität des E‑Mail-Marketings quan­ti­fi­zie­ren zu kön­nen, wur­den ins­ge­samt bis zu 125 Kriterien aus den Bereichen Dialog, Versandtechnik, Sicherheit, Neukundengewinnung, Rechtskonformität, Automation und Gestaltung erho­ben. Die voll­stän­dige Studie sowie eine kos­ten­lose Kurzversion gibt es als Download unter handelsstudie.de.

Total
0
Shares
Ähnliche Beiträge

KOSTENLOSER NEWSLETTER

Mehr Tipps für profitable Kundenbeziehungen

Jetzt den kostenlosen Newsletter anfordern und 1x pro Monat neue Empfehlung für Dein CRM erhalten.

Total
0
Share