E‑Mail Marketing Trends 2017: 10 Prognosen zur Zukunft des digi­ta­len Dialogs

Welche Trends und Entwicklungen wer­den 2017 im E‑Mail Marketing an Bedeutung gewin­nen? Wir haben zehn nam­hafte E‑Mail Marketing Expertinnen und Experten um ihre Einschätzung gebeten.

Bianca Grams, E‑Mail Marketing Manager, real,- Digital Services GmbH:

Immer neue (tech­ni­sche) Herausforderungen las­sen E‑Mail-Marketer manch­mal ver­ges­sen, dass die Kunden-Bedürfnisse im Fokus ste­hen und intel­li­gent bedient wer­den müs­sen. Personalisierung statt Massenansprache bleibt des­halb das A und O – aber bitte sinn­voll und pro­fes­sio­nell ein­ge­setzt. Um dabei Aufwände zu mini­mie­ren, kann man auf Marketing-Automation-Tools zurück­grei­fen. So kön­nen Mailing-Kampagnen ziel­grup­pen­ge­recht aus­ge­steu­ert wer­den und bie­ten dem Empfänger rele­vante Inhalte im pas­sen­den Kontext.

Die Integration die Systemlandschaft wird unabdingbar

Dafür wird das Thema Integration der E‑Mail-Marketing Software in die Systemlandschaft, bezie­hungs­weise Anbindung an CRM / CMS unab­ding­bar. Dies ver­langt wie­derum ein stra­te­gi­sches und ana­ly­ti­sches Vorgehen unter Berücksichtigung des Datenschutzes.

Auch die mobile Optimierung und ein kon­for­mes Auftreten über alle Kanäle sowie Testing und Zustellbarkeit wer­den wei­ter­hin eine große Rolle spie­len. Was nicht (gut) ankommt, bringt auch keine Konversion. Wenn die Basis steht, kann auf Remarketing Maßnahmen gesetzt wer­den. Ein gro­ßes Potential steckt zum Beispiel in Retargeting-Mails. So kann der erste Schritt zur Individualisierung gelin­gen und mit rela­tiv wenig Einsatz ein hoher ROI gene­riert wer­den. Alles in allem mehr Qualität – weni­ger Quantität!

Jens Hilbrands (Geschäftsführer, Netnomics GmbH):

Die Konsolidierung wird sich im Tool-Markt wei­ter fort­set­zen. Marketing Cloud Anbieter wie Salesforce, Oracle, IBM oder Adobe wer­den sich hier über kurz oder lang durch­set­zen, da sie neben E‑Mail Marketing wei­tere Kanäle bedie­nen kön­nen und so eine dif­fe­ren­zierte Kommunikation mit den Kunden ermög­li­chen. Spannend wird es wer­den, wie sich Customer Management Plattformen posi­tio­nie­ren, die Funktionen des klas­si­schen CRM über­neh­men könnten.

E‑Mail ist die Keimzelle 

Eine Verknüpfung der Kanäle ist schon jetzt vor­pro­gram­miert. Mit Lead Ads auf Facebook neue Opt-Ins gewin­nen, über Custom Audiences sta­tis­ti­sche Zwillingen akti­vie­ren, mobile Push für die In-App Kommunikation oder aber CRM getrie­be­nes Advertising: alle diese Möglichkeiten und viele mehr sind bereits in den Marketing Cloud Systemen inte­griert. War das Thema E‑Mail Marketing vor Jahren eher ein unter­ge­hen­der Stern, so ist das E‑Mail Marketing heute die Keimzelle für Marketing aus der Cloud.

So bleibt E‑Mail Marketing wei­ter­hin sehr bedeut­sam, nicht nur wegen der hohen Umsatzrelevanz, son­dern beson­ders wegen des güns­ti­gen ROI, der andere Marketing Maßnahmen subventioniert.

Daniel Palm, Senior CRM Manager, HolidayPirates Group (u. a. Urlaubspiraten.de):

Ein gro­ßer Trend geht für uns in Richtung Cross-Channel Marketing. Das bedeu­tet, das der rich­tige Content nicht nur über Personalisierung an den rich­ti­gen Empfänger ver­schickt wird, auch der rich­tige Kanal will gut gewählt sein.

Während die alt­be­währte E‑Mail vor­wie­gend auf Conversion aus­ge­legt ist, befeu­ern wir unsere Kanäle WhatsApp, Telegram und App Push vor­wie­gend mit Reise-Deals, die uns Traffic auf unsere Portale bringen.

WhatsApp und Push wer­den extrem schnell geöffnet

Der Grund für uns: Der Newsletter liegt gerne auch mal ein paar Stunden oder län­ger unge­öff­net im Posteingang, der beste Deal oder ein Preisfehler kann bis zur Kenntnisnahme schon aus­ge­bucht sein. Eine WhatsApp Nachricht oder gar eine App Push Notifications hin­ge­gen wird extrem schnell geöff­net, so dass hier die Chance hoch ist, den Deal noch zu erwi­schen. Ich bin mir sicher, dass auch andere Branchen, in denen Schnelligkeit wich­tig ist, in die­sem Jahr auf das Cross-Channel Pferd setzen.


Manuel Kistner, Geschäftsführer, Clever Elements GmbH:

iOS 10 bringt HTML5-Videos zurück

Immer mehr E‑Mails wer­den auf mobi­len Geräten gele­sen. Kein neuer Trend. Mit iOS 10 bringt Apple jedoch end­lich die Unterstützung von HTML5 Videos zurück. Eine cle­vere Kombination aus simp­lem Design, prä­gnan­tem Text und einer gut gemach­ten Videosequenz überzeugt.

Gleichzeitig wird es immer wich­ti­ger, den rich­ti­gen Content zur rich­ti­gen Zeit an die rich­tige Zielgruppe zu lie­fern. Die Zukunft liegt in der Personalisierung, unter­stützt von Big Data.

Frank Strzyzewski, Geschäftsführer, XQueue GmbH:

Im Trend sind per­ma­nent alle Maßnahmen und Tools, die die Relevanz und damit die Response und Conversion von E‑Mails spür­bar und nach­hal­tig stei­gern. In die­sem Kontext beob­ach­ten und erwar­ten wir in die­sem Jahr stär­kere Impulse in den Bereichen Marketing Automation, Predictive Analytics & Recommendations, sowie kanal­über­grei­fen­des Retargeting.

Predictive Analytics Tools und Recommendation Engines erobern eine immer brei­tere Kundenbasis

Nicht nur ein­fa­che, son­dern selbst mit­tel­kom­plexe Marketing Automation Lösungen sind selbst für Kleinunternehmen erschwing­lich und mit über­schau­ba­ren Aufwänden umsetz­bar. Predictive Analytics Tools und Recommendation Engines erobern eine immer brei­tere Kundenbasis und kön­nen immer leich­ter in E‑Mail-Anwendungen inte­griert wer­den. Folglich wer­den immer mehr rele­vante E‑Mail-Inhalte voll- oder teil­au­to­ma­ti­siert erstellt und ermög­li­chen damit neue Personalisierungsgrade.

Im kanal­über­grei­fen­den Retargeting sehen wir, dass immer mehr Daten aus ande­ren Kanälen (Webseiten-Besuch, Einkauf, Telefonanruf, Kundenkarten-Nutzung, …) als Anlässe für E‑Mail-Versendungen zum Retargeting genutzt wer­den, und immer Responsedaten aus E‑Mail-Versendungen (Öffnungen, Klicks) wie­derum in ande­ren Kanälen Remarketing-Aktionen auslösen.

Grundvoraussetzung für alle oben genann­ten Trends ist die immer tie­fere Integration der E‑Mail-Versandtechnologien in die bestehen­den IT-Infrastrukturen der wer­be­trei­ben­den Unternehmen. Folglich wer­den immer mehr E‑Mail-Marketing Jahrespläne auch ent­spre­chende Aufwände und Budgets für Systemintegrationen berück­sich­ti­gen (müs­sen).

René Kulka, Email Marketing Evangelist, Optivo – an Episerver Company:

Auch im E‑Mail-Marketing eröff­nen sich durch künst­li­che Intelligenz neue span­nende Potenziale. So gewin­nen beson­ders auto­nome Personalisierungen zuneh­mend an Bedeutung. Hierzu zäh­len auto­ma­ti­siert errech­nete Versandzeitpunkte oder E‑Mail-Betreffs und ‑Inhalte, die auf den indi­vi­du­el­len Empfänger-Gewohnheiten basieren.

Zugleich hel­fen neue Scoring- und Analyse-Verfahren den Marketing-Verantwortlichen dabei, jeden ein­zel­nen Kontakt pass­ge­nau ent­lang des Kundenlebenszyklus zu informieren.

Auch setzt sich der Trend zu kon­text­sen­si­ti­ven Inhalten wei­ter fort. Hierbei dreht sich alles um Inhalte, die zum Zeitpunkt der E‑Mail-Öffnung errech­net und plat­ziert wer­den. Der Content wird auf Basis von Kontextvariablen wie Uhrzeit, Ort des Abrufs oder den zurück­lie­gen­den Nutzerbewegungen gene­riert. Die Platzierung erfolgt nach vorab defi­nier­ten WENN-DANN-Regeln oder durch selbst­ler­nende Algorithmen. Intelligente Produktempfehlungssysteme bie­ten hier­für viel neues Potenzial.

An einem Cross-Channel-Dialog führt kein Weg mehr vorbei

Zugleich führt inzwi­schen kein Weg an einem gema­nag­ten Cross-Channel-Dialog mehr vor­bei. Kunden infor­mie­ren sich auf vie­len Wegen und Endgeräten – und erwar­ten hier­bei kon­sis­tente, aber auch indi­vi­du­elle Inhalte. Für den Marketer wird es zuneh­mend erfolgs­kri­tisch, die rele­van­ten Kanäle auto­ma­ti­siert und auf­ein­an­der abge­stimmt mit maß­ge­schnei­der­ten Inhalten zu bespie­len. Neben einer ein­heit­li­chen Datenbasis sind hier­für belast­bare Informationen über Bedeutung und Wechselwirkungen zwi­schen den ver­schie­de­nen Kanälen unerlässlich.

Torsten Schwarz, Inhaber, ABSOLIT Dr. Schwarz Consulting:

Einfacher per­so­na­li­sie­ren: Von einer Anbindung des CRM und des CMS träu­men viele Unternehmen noch. Aber nur so gelingt die echte Personalisierung der Inhalte einer E‑Mail. Predictive Targeting erlaubt zuver­läs­sige Prognosen von Vorlieben. Und es ist die Basis für rele­vanz­ge­steu­erte Triggermails und klick­starke E‑Mail-Serien. Regeln und Sequenzen wer­den dann bequem per Drag and Drop kon­fi­gu­riert. Viel zu viel wird der­zeit noch umständ­lich ein­zeln per Hand verschickt.

Crossdevice Tracking meis­tern: Wer die Customer Journey ver­steht, kann die rich­tige Botschaft im rich­ti­gen Moment zu sen­den. Touchpoints wie E‑Mail, Web, Mobile und Smartwatch zu ver­bin­den ist jedoch kom­plex. Facebook, Google, Ad-Networks und die eige­nen Kanäle sol­len koor­di­niert wer­den. Zu E‑Mail und Social Media kom­men Push Notifications, Whatsapp und Chatbots. Plattformübergreifendes Tracking und Engagement-Scoring wird normal.

E‑Mail-Markteter wer­den zu CRM-Managern

CRM digi­ta­li­sie­ren: In immer mehr Unternehmen wächst zusam­men, was zusam­men­ge­hört. E‑Mail-Marketer wer­den zu CRM-Managern. Die Kernkompetenz lau­tet: Customer-Engagement — egal auf wel­chem Kanal. CRM und E‑Mail-System wer­den ver­bun­den. Silos wer­den abge­schafft. Die Digitale Transformation beginnt beim Überdenken aller Kundenkontakte.

Martin Philipp, Geschäftsführer, SC-Networks GmbH:

E‑Mail-Marketing wird nach wie vor ein fes­ter Bestandteil der Kommunikation blei­ben. Um dabei den stei­gen­den Ansprüchen der Empfänger nach pass­ge­nauen Informationen gerecht zu wer­den – Stichwort: Personalisierung, kom­men Marketer kei­nes­falls an einer Software-Lösung vor­bei. Nur so las­sen sich Mailing-Prozesse effi­zi­ent auto­ma­ti­sie­ren sowie Inhalte struk­tu­rie­ren und per­so­na­li­siert aus­spie­len. Das ver­schafft dem Marketer auch wie­der Freiräume, um ver­stärkt krea­tiv und kon­zep­tio­nell tätig zu werden.

Die neue EU-Datenschutzgrundverordnung ver­schärft sich in ganz Europa die Gesetzeslage

Bei allen erheb­li­chen Vorteilen, die eine Software-Lösung im E‑Mail-Marketing bie­tet, soll­ten Marketer hier auch auf der Hut sein. Der Grund: Mit der neuen EU-Datenschutzgrundverordnung ver­schärft sich in ganz Europa die Gesetzeslage im Hinblick auf Datenschutz und Datensicherheit. Hier dür­fen Unternehmen und Agenturen keine Laissez-faire-Mentalität an den Tag legen, son­dern soll­ten früh­zei­tig prü­fen, wie sie und ihre Vertragspartner in die­sen Bereichen auf­ge­stellt sind.

Ein wei­te­res span­nen­des Thema ist die Verknüpfung von E‑Mail-Marketing und CRM. Diese Kombination ist vor allem vor dem Hintergrund eines pro­fes­sio­nel­len Lead Managements inter­es­sant. Hier gilt es nicht nur Kundendaten zu sam­meln, son­dern sie auch schritt­weise zu ver­voll­stän­di­gen und zu vali­die­ren. Darüber hin­aus kön­nen diese Informationen wie­der für die wei­tere Kommunikation mit poten­zi­el­len und bestehen­den Kunden genutzt wer­den. So lässt sich Marketing auch 2017 per­so­na­li­siert, effi­zi­ent und damit erfolg­reich gestalten.

Sebrus Berchtenbreiter, Geschäftsführer, promio.net GmbH:

„Customer Centricity“, die Strategie der Kundenorientierung, ist auch in die­sem Jahr ein erfolgs­ver­spre­chen­der Ansatz. Den Kunden ins Zentrum des Marketinggeschehens zu stel­len ist nach wie vor unab­ding­bar für erfolg­rei­ches E‑Mail-Marketing. Ein tief­ge­hen­des Kundenverständnis zu erlan­gen ist Grundvoraussetzung hierfür.

Der nächste Schritt: Aus Big Data wird Right Data

Aus “Big Data” “Right Data” zu machen ist der nächste Schritt. Neben Hyperpersonalisierung und der Bereitstellung von rele­van­tem Content, ist es die gesamte Customer Journey, die noch stär­ker in den Fokus rücken muss. Der Dialog an sämt­li­chen Touchpoints muss auf Kundenbedürfnisse opti­miert wer­den und zum idea­len Zeitpunkt stattfinden.

In die­sem Zusammenhang ist im kom­men­den Jahr auch eine kanal­über­grei­fende Kommunikation, auch Multichannel-Kommunikation, unver­zicht­bar. Das Medium E‑Mail ist nach wie vor rele­vant, kann und muss aller­dings durch eine ein­heit­li­che Ansprache über alle Marketingkanäle hin­weg unter­stützt und ergänzt wer­den. Die Bereitstellung indi­vi­du­el­ler, dyna­mi­scher und rele­van­ter Inhalte, und deren geziel­ter Verbreitung über die vom Empfänger prä­fe­rier­ten Channel, wird eine der Hauptherausforderungen im Jahr 2017 sein.

Martin Aschoff, Vorstand Technik & Entwicklung, Agnitas AG:

Ein opti­ma­les Customer Experience Management ermög­licht es, Ihre Kunden an jedem Touchpoint opti­mal anzu­spre­chen und für posi­tive Erlebnisse zu sor­gen. Um die Bedürfnisse des Kunden stets in den Mittelpunkt zu stel­len, bedarf es aber aus­ge­klü­gel­ter voll­kom­men auto­ma­ti­sier­ter Prozesse. Im Vorfeld bedeu­tet das zwar harte Arbeit, weil zuerst viele unter­schied­li­che Marketing-Systeme inte­griert und ver­zahnt wer­den müs­sen. Doch ist dies ein­mal gesche­hen, so sind hoch-individuelle Werbe‑, Transaktions- oder Service-Kampagnen mög­lich, die weni­ger Arbeit machen und mehr Erfolg haben.

Predictive Content sorgt für maxi­mierte Response

Verstärkt wird der Erfolg mit Predictive Content. Auf Basis von Collaborative Filtering oder Machine Learning kön­nen immer mehr Daten über den Kunden gesam­melt wer­den. Je mehr Daten vor­han­den sind, desto ein­fa­cher wird die Prognose, über wel­che Dinge er sich als nächs­tes infor­miert oder wel­che Produkte er als nächs­tes kau­fen könnte. Der zur Prognose pass­ge­nau aus­ge­lie­ferte Content sorgt für eine maxi­mierte Response des Kunden.

Für die schnelle Info oder den top­ak­tu­el­len Kaufanstoß sind Web Push Notifications das per­fekte Medium, weil sie den Empfänger direkt im Browser errei­chen. Der neue Marketingkanal ist neben E‑Mail der ein­zige Plattform-unabhängige Push-Kanal im Internet und kann im Gegensatz zu App Push auch Desktop-PCs errei­chen. Und in Verbindung mit E‑Mail las­sen sich auch inter­es­sens­ba­sierte Profile für Web-Push-Empfänger aufbauen.

Total
0
Shares
Ähnliche Beiträge

KOSTENLOSER NEWSLETTER

Mehr Tipps für profitable Kundenbeziehungen

Jetzt den kostenlosen Newsletter anfordern und 1x pro Monat neue Empfehlung für Dein CRM erhalten.

Total
0
Share